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Anlegerschutz wohl doch nicht so wichtig

Der neuen Bundesregierung ist es mit dem Anlegerschutz wohl doch nicht so wichtig, wie ursprünglich gedacht. Zu dieser Annahme kann man jedenfalls kommen, wenn man sich ansieht, was zu diesem Thema auf der Koalitions-Agenda steht. Außer Absichtserklärungen zur Gründung einer Stiftung zur Prüfung von Finanzprodukten und der Verschärfung der Haftung ist dort leider nicht viel zu finden.

Obwohl Verbraucher seit geraumer Zeit von der Regierung ermuntert werden, durch private Geldanlagen einen Kapitalstock für die Altersvorsorge anzulegen, lässt man  erstaunlich viel Gelassenheit walten, wenn es darum geht, diese Anleger durch geeignete Maßnahmen vor unlauteren Markttteilnehmern zu schützen. Die bisher von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wahrgenommenen Aufgaben im Hinblick auf Finanzmarktregulierung reichen aus Verbrauchersicht jedenfalls nicht aus, um einen Effektiven Schutz der Anleger zu gewährleisten.

Ein Ansatz könnte daher sein, die Finanzmarktaufsicht zukünftig verstärkt auf Verbraucherschutz bei Finanzdienstleistungen auszurichten, wie dies in anderen Ländern bereits durchaus üblich ist. Dem Vernehmen nach sollen derartige Ansätze aber auf Betreiben der Bankenlobby keinen Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden haben.

Zumindest im Bereich des Grauen Kapitalmarktes besteht jedoch Hoffnung, dass die Zügel angezogen werden. Beispielsweise soll die Aufsicht bei geschlossenen Immobilienfonds verschärft und anderen Finanzprodukten gleichgestellt werden. Daneben sollen auch die Anforderungen an Vermittler im Hinblick auf Haftung und Qualifikation erhöht werden. Das ist auch dringend nötig, verlieren Anleger nach Erhebungen des Bundeskriminalamtes doch jährlich zwischen 20 und 30 Mrd. Euro am Grauen Kapitalmarkt.

 

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Vermittler sehen sich gerade in jüngster Zeit sehr häufig dem Problem ausgesetzt, dass Kapitalanlagen einen deutlich schlechteren Verlauf genommen haben, als dies in den Prospekten und durch die Initiatoren der Produkte oder sonstige Verantwortliche dargestellt wurde. Schlimmstenfalls sind sogar Totalverluste eingetreten.

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