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Grauer Kapitalmarkt – Milliarden-Grab für tausende Anleger

Jedes Jahr verlieren zahllose Anleger aufs Neue erhebliche Beträge durch Geldanlagen auf dem Grauen Kapitalmarkt. Anlegerschützer gehen davon aus, dass rund 20 bis 30 Mrd. € jährlich durch solche Geldanlagen verloren gehen - trotz allgegenwärtiger Warnungen in den Medien. So verweist beispielsweise das Bundeskriminalamt in seiner Statistik für das Jahr 2009 auf über 18.000 Fälle von Delikten im Zusammenhang mit Kapitalanlagen. Meist handelt es sich hierbei um Betrug oder Untreue. Wie hoch die Dunkelziffer in diesem Bereich ist, vermag wohl niemand realistisch zu schätzen.

Die Frage, warum immer wieder Anleger auf unseriöse Geldanlagen hereinfallen, lässt sich nicht einfach beantworten. Neben den Wunsch nach hohen Renditen auf das eingesetzte Kapital treten seit der Wirtschafts- und Finanzkrise auch Ängste um die Werthaltigkeit des bestehenden Anlageportfolios und die Absicherung der eigenen Altersvorsorge. Ein weiterer beliebter Grund für Anleger, sich auf zweifelhafte Anlageangebote einzulassen, sind angebliche Steuervorteile, die sich aus einem bestimmten Anlageprodukt ergeben.

Anbieter dubioser Geldanlagen kennen selbstverständlich die Wünsche von Anlegern hinsichtlich einer aus ihrer Sicht optimalen Geldanlage und schneidern entsprechende Angebote, die häufig im Direktvertrieb, z.B. telefonisch, unter die Leute gebracht werden. Dabei wird auch vor eigentlich verbotenen Methoden nicht zurück geschreckt, wie zum Beispiel unangemeldeten Anrufen (Cold Calls). Die beworbenen Anlageprodukte befriedigen dabei scheinbar eines oder mehrere der Hauptbedürfnisse des Anlegers, z.B. das nach möglichst hoher Rendite bei gleichzeitig besonders großer Sicherheit vor Verlusten. Es überrascht, dass versierte Anbieter mit dieser Methode häufig zum Ziel kommen, sollte man doch davon ausgehen, dass der informierte Anleger über die Unvereinbarkeit von hoher Rendite und größtmöglicher Sicherheit der Geldanlage Bescheid weiß.

Dabei kommt den am Grauen Kapitalmarkt tätigen Anbietern die Tatsache zu Gute, dass dieser Markt in Deutschland nur schwach reguliert wird. Das macht es besonders leicht, exotische Anlageprodukte, wie beispielsweise Beteiligungen an Schatzsuchen, Fischzuchtprojekten, aber auch Warentermingeschäfte u.a. unter die Anleger zu bringen. Die dabei anfallenden Vermittlungsprovisionen sind offenbar so verlockend, dass Anbieter das Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung oder zivilrechtlich auf Schadenersatz in Anspruch genommen zu werden, in Kauf nehmen.

Anlegerschützer fordern daher schon seit geraumer Zeit die Einrichtung spezieller Schwerpunktstaatsanwaltschaften, die mit speziell geschultem Personal gegen die Auswüchse des Grauen Kapitalmarkts vorgehen. Noch besser wäre es allerdings, wenn Anbieter zweifelhafter Anlageprodukte gar nicht so oft ans Ziel kämen. Anleger, die in Aussicht gestellte Traumrenditen kritisch hinterfragen, wären sicherlich das beste Mittel, um dubiosen Anbietern auf dem Grauen Kapitalmarkt das Wasser abzugraben.

 

Vermittlerportal

Vermittler sehen sich gerade in jüngster Zeit sehr häufig dem Problem ausgesetzt, dass Kapitalanlagen einen deutlich schlechteren Verlauf genommen haben, als dies in den Prospekten und durch die Initiatoren der Produkte oder sonstige Verantwortliche dargestellt wurde. Schlimmstenfalls sind sogar Totalverluste eingetreten.

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