Anklage gegen früheren Chef von „Caviar Creator“ |
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Der frühere Chef des Störzucht-Unternehmens „Caviar Creator" muss sich wegen des Verdachts auf Anlagebetrug vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, Anleger um einen zweistelligen Millionenbetrag gebracht zu haben.
Seit Ende 2005 soll das Störzuchtunternehmen rund 18 Mio. € bei Kleinanlegern eingesammelt haben. Dabei wurde den ahnungslosen Anlegern hohe Gewinne in Aussicht gestellt und das, obwohl nach Auffassung der Staatsanwaltschaft bereits zu diesem Zeitpunkt die „sichere Insolvenz" des Unternehmens festgestanden haben soll. Die sichere Pleite soll nur dadurch abgewendet worden sein, dass ständig frisches Geld bei Anlegern besorgt wurde, das klassische Schneeballsystem. Um an das überlebenswichtige Geld der Anleger zu kommen sollen nicht nur völlig realitätsferne Renditen in Aussicht gestellt worden sein, sondern es wurde auch mit einem bevorstehenden Börsengang geworben, der natürlich nie stattgefunden hat. Auch wurde letztlich von den bis 2011 geplanten zehn Fischzuchtstationen nur eine einzige Station gebaut, die statt der in Aussicht gestellten 300 Tonnen Kaviar nur 1 Tonne produzierte, so die Staatsanwaltschaft. Im Nachhinein ist dies nicht sonderlich verwunderlich, soll sich der frühere Chef des Unternehmens auch weniger auf den Aufbau der Kaviarproduktion als auf das Hereinholen frischer Anlegergelder konzentriert haben. Dazu sollen auch schon mal angebliche Großanleger und Banken erfunden worden sein, die in das Kaviar-Geschäft einsteigen wollten, ebenso wie der nie wirklich beabsichtigte Börsengang. Auf die vielen Kleinanleger, die Geld in das Unternehmen investierten, verfehlten diese leeren Ankündigungen ihre Wirkung nicht. Sie sollen seit dem Jahr 2002 rund 50 Mio. € investiert haben. Von dem Geld soll angeblich bis auf einen kleinen Rest nichts mehr übrig sein. Der angeklagte ehemalige Chef von Caviar Creator ist bereits wegen Vermögensdelikten vorbestraft. Er streitet die Vorwürfe ab und wirft seinerseits den Ermittlungsbehörden vor, das Geschäftsmodell durch die jahrelangen Ermittlungen behindert zu haben. Das Urteil soll Ende September gesprochen werden.
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