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Juragent: vom Kläger zum Beklagten

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Eigentlich wurden die zahlreichen Juragent Fonds aufgelegt, um Gerichtsprozesse zu finanzieren. Der Plan klingt einleuchtend: mit dem bei den Anlegern eingesammelten Geld - es sollen über 80 Mio. Euro sein - sollten Prozesskosten von Privatleuten finanziert werden, die sich selbst eine solche Klage nicht leisten können. Streitwerte ab 500.000 Euro hatte man dabei im Visier. Und als Lohn für die vorgestreckten Prozesskosten wollte man 30 Prozent der erstrittenen Summen. Mit diesem Geschäftsmodell versprach man Anlegern angeblich Renditen von bis zu 74 Prozent.

Leider kam - wie so oft bei derartigen Traumrenditen - alles ganz anders. Vielen der geschlossenen Fonds von Juragent fehlt angeblich inzwischen das Geld, um überhaupt einen Prozess finanzieren zu können. Anleger erhielten Pressemeldungen zufolge Schreiben, dass die garantierten Ausschüttungen von jährlich sechs Prozent bis auf weiteres nicht ausgezahlt werden können. Ein Grund für die desaströse Entwicklung der Juragent Fonds dürfte bei einem ehemaligen Vorstand liegen. Dieser soll FINANZTEST zufolge rund 1 Mio. Euro an Geldern entnommen haben, um damit den Mittelverwendungskontrolleur der Juragent-Fonds aus einer Untersuchungshaft frei zu bekommen. Gegen diesen ehemalige Vorstand sowie drei weitere Personen soll nach Pressemeldungen inzwischen Anklage erhoben worden sein wegen gewerbs- und bandenmäßiger Untreue. Laut Anklage sollen rund 16 Mio. Euro in die Schweiz abgezweigt worden sein. Von der Misere betroffene Anleger dürften erfreut sein, dass rund 15 Mio. Euro sichergestellt werden konnten.

Anleger sollten die fast schon unglaublichen Entwicklungen rund um die Juragent Fonds nicht einfach hinnehmen. Einige Anleger haben inzwischen die Juragent KG erfolgreich auf Zahlung ausstehender Ausschüttungen verklagt. Damit besteht auch grundsätzlich die Möglichkeit, die Schadenersatzansprüche des Fonds gegenüber dem Fondsinitiator zu pfänden und so zumindest einen Teil des erlittenen Schadens ersetzt zu bekommen. Aufgrund der komplexen Rechtssituation ist eine umfassende fachkundige Beratung vor der Einleitung rechtlicher Schritte allerdings dringend anzuraten.

 

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