Lehman-Pleite: auf Gläubiger warten 22 Mrd. Dollar |
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Das „Wall Street Journal" berichtet, dass für die Abfindung der Gläubiger des insolventen US-Bankhauses Lehman Brothers rund 22 Mrd. US-Dollar zur Verfügung stünden.
Die Mittel sollen im Jahr 2011 an die Gläubiger ausgeschüttet werden, wobei sich der gesamte Auszahlungsvorgang nach Angaben des europäischen Insolvenzverwalters PwC über Jahre hinziehen könne.
Als nächster Schritt zur Auszahlung der Mittel sollen im 4. Quartal 2010 Abstimmungen über den Plan erfolgen; die Gläubiger sollen vorher auf Gläubigerversammlungen in London und New York über Einzelheiten informiert werden. Angeblich soll der Plan nur umgesetzt werden, wenn eine breite Mehrheit unter den Gläubigern zusammen kommt. Andernfalls müsse der Insolvenzverwalter über jeden einzelnen Anspruch gesondert entscheiden. Europäische Anleger könnten bei der Verteilung der Insolvenzmasse allerdings benachteiligt werden, so ein Bericht des Handelsblatts vom 18. Juni 2010. Demnach beabsichtigt der US-Insolvenzverwalter, die Forderungen der niederländischen Lehman Brothers Treasury (LBT) an die Muttergesellschaft in den USA zu halbieren. LBT hatte als Vertriebsvehikel für Lehman-Zertifikate in Europa fungiert, verfügt aber über kein eigenes Vermögen. Für deutsche Lehman-Opfer bestehen zwei Möglichkeiten, Geld aus der Insolvenzmasse von Lehman Brothers zu erlangen: Einerseits über die LBT, die die Zertifikate emittierte und andererseits über die Muttergesellschaft, die die Geschäfte garantierte. Eine Schmälerung der Ansprüche der LBT würde daher die Chancen europäischer Lehman-Opfer verschlechtern, ihren Schaden im Wege des Insolvenzverfahrens ersetzt zu bekommen. Nun soll angeblich das US-Insolvenzgericht eingeschaltet werden, um diesen strittigen Punkt zu klären.
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